Flüssige Darreichungsformen

Hierunter fassen wir Emulsionen, Suspensionen und "echte" Lösungen zusammen.
Emulsionen:  Stellen eine -fein- verteilte Mischung zweier normalerweise nicht miteinander mischbarer Flüssigkeiten dar. In der pharmazeutischen Technologie sind in der überwältigenden Mehrheit der Fälle die nicht miteinander mischbaren Flüssigkeiten zum Einen Wasser, zum Anderen "Öle". Die "Vermischbarkeit" wird durch Verwendung von Emulgatoren umgesetzt. Im Prinzip differenziert man zwischen innerer und äußerer Phase, im einen Fall handelt es sich um eine "Öl-in-Wasser" -Emulsion ( als Beispiel aus der Natur mag man an Milch denken), im anderen Fall wäre die korrekte Bezeichnung "Wasser-in-Öl" Emulsion (im Prinzip: Butter).  "Öl-in-Wasser" Emulsionen sind prinzipiell hydrophil und wasserabwaschbar; bei "Wasser-in-Öl" Emulsionen gilt vice versa.
Emulsionen neigen aus bestimmten Gründen dazu, sich trennen zu wollen und werden demzufolge mit bestimmten Hilfsstoffen versetzt bzw. mit speziellen Verfahren hergestellt, um diesem Prozess entgegenzuwirken.
 
Altmodisch Buecher
Suspensionen: Im Gegensatz zu Emulsionen, sind Suspensionen durch das Vorhandensein von Festkörpern definiert; ebendiese liegen nicht gelöst im Lösungsmittel vor, sondern sind vielmehr verteilt. Aus diesem Grund neigen Suspensionen zum Absetzen von Festkörpern, zur sogenannten "Sedimentation". In der Regel versucht man diesem Prozess durch entweder Beeinflussung der Viskosität des Lösungsmittels, durch Verkleinerung des Festkörperdurchmessers oder - und dies ist nicht selten der Fall, weil in der Praxis bewährt - durch gute "Wiederaufschüttelbarkeit" bei erfolgtem Absetzen durch Lagerung, entgegenzuwirken.
Bekannte Beispiele für Suspensionen sind: Carvedilol-Supsension für Kinder oder Nystatin-Mundsuspension, oder, oder.... 
 
Lösungen:  Chemisch betrachtet die technologisch einfachste flüssige Darreichungsform: Ein Feststoff löst sich vollständig im Lösungsmittel.
Bekannte Beispiele: Estradiolvalerat Tropfen, Metoprolol-Lösung zum Einnehmen.
 
P.S.:  Wie schon Frau von Ebner-Eschenbach vor gut 100 Jahren treffend bemerkte "Theorie und Praxis sind eins wie Leib und Seele, und wie Seele und Leib liegen sie großenteils miteinander in Streit." : Wirkstoffe sind selten nur völlig wasserlöslich oder -unlöslich, Festkörper in Suspensionen zeigen mitunter die Tendenz auch teillöslich zu sein und Wirkstoffe in "reinen Lösungen"  mögen Temperaturschwankungen nicht und werden dann plötzlich zu Suspensionen .... Der Teufel steckt - wie so häufig - im Detail.